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DMT und die Dunkelheit 2017-05-18T21:04:40+00:00

DMT und die Dunkelheit

Was Du suchst ist nicht auf den Gipfeln der Berge,
nicht in den Tiefen der Meere, sondern in deinem Herzen,
dem Sprachrohr deiner Seele

(Verfasser unbekannt)

 

Dunkelraumtechniken oder auch Darkness Retreats sind eine Form der Meditation, bei der sich der Mensch für eine bestimmte Zeitspanne in einen vollkommen abgedunkelten Raum zurückzieht. Diese Techniken haben eine sehr lange spirituelle Tradition und zählen zu den ältesten archaischen Praktiken der Menschheit. Der Rückzug in die Dunkel-Welt wurde weltweit von vielen Kulturen angewendet und war inhärenter Bestandteil des spirituellen Lebens. Sie war Mittel zur Bewusstwerdung, der Initiation, der Selbstfindung oder diente der Kontaktaufnahme zur Welt der Götter und Naturwesen.

 

Dunkelraumtechniken gibt es überall auf der WeltViele Kulturen hatten Rückzugsräume in der Natur, wie Grotten und Höhlen oder von Menschenhand eigens geschaffene Orte wie Tunnel oder Gruben. Der Umstand, dass diese Technik weltweit von unterschiedlichen Kulturen praktiziert wurde, beweist die Effektivität dieser Methode, denn sie wurde in Europa, auf dem amerikanischen Kontinent oder in Asien durchgeführt. Die Menschen waren sich immer der außerordentlichen Wirkung der Dunkelraumtechnik bewusst. Sie erkannten früh, welchen Einfluss Dunkelheit und Reizentzug auf das menschliche Bewusstsein haben.

 

Die Menschen wussten dabei intuitiv, dass die Dunkelheit einen Teil des Gehirns beeinflusst, der als „Drittes Auge“ bezeichnet wird. Dieses uralte Wissen wurde von der Forschung belegt. So wurde nachgewiesen, dass die Zirbeldrüse, die sich im Gehirn befindet, Hormone produziert, die Veränderungen im Bewusstsein hervorrufen. Die Hormonproduktion wird dabei maßgeblich von Licht und Dunkelheit gesteuert.
Bei der Dunkelraumtechnik handelt es sich um einen Rückzug in einen abgedunkelten und isolierten Raum. Die Sinne erhalten keine Stimulation durch Licht oder Geräusche. Bar jeglicher Stimulation wird der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen und durchlebt dabei eine sehr archaische Selbsterfahrung. Beim Entzug jeglicher Sinneseindrücke kann sich die Seele entfalten. Während die Isolation und die Dunkelheit dem Bewusstsein den Raum nehmen, erhält die Psyche Möglichkeiten der Entfaltung.

 

Die eigene Perle finden im DarkretreatDie Dunkelheit und die Stille eröffnen der Seele neue Räume. Durch die Dunkelheit wird die Sinneswahrnehmung verändert und der menschliche Geist wird frei für spirituelle Erfahrungen. Das Dunkel wirft Licht auf verborgene Bilder, Visionen und Emotionen, die aus Unterbewusstsein emporsteigen. Die Isolation führt den Menschen in das Innere seines Selbst. Die Dunkelheit eröffnet transpersonale Erlebniswelten und erleuchtet die Seele, die in ihrer Wahrhaftigkeit erstrahlen kann.

 

Die Zeit, in der der Mensch in der Dunkelheit verbringt, ist eine Seelenreise, in der abstrakte Bilder auftauchen, Gedanken und Intuitionen. Die leere des Raumes wird angefüllt mit dem Licht der Psyche. Das Denken und Fühlen ist befreit von äußeren Einflüssen und der Mensch hat die Möglichkeit, auf die Dinge zu blicken und zu hören, die normalerweise vom Alltag verschüttet werden. Dunkelheit und Stille weisen dem Menschen einen Weg, auf dem er in sich hineinhören und hineinfühlen kann. Der Einzelne steht quasi nackt vor seinem Unbewussten.

 

Je nach seelischer Konstitution und Erfahrungshintergrund können die Reaktionen auf den Isolationszustand unterschiedlich ausfallen. So können Wachträume vor dem inneren Auge auftauchen, Erinnerungen, Kränkungen, imaginäre Bilder, Ängste, Wünsche, verdrängte Erlebnisse oder Potentiale, die darauf warten, das Licht der Welt zu erblicken. Durch die Dunkelheit und die Stille wird der Mensch mit seinem Innersten konfrontiert, mit seinem ureigenen Selbst. Darüber hinaus erhält er Zugang zur Urnatur, zur archaischen Welt, die alle Lebewesen verbindet. Hier offenbart sich der Dreiklang seines Wesens, die aus der Physis, der Psyche und der spirituellen, göttlichen Sphäre besteht.